BLUE ÖYSTER CULT aus NewYork City kann man getrost zu den unterbewertesten Rockacts der Musikgeschichte zählen (die Palette ihrer heimlichen Verehrer reicht von KISS bis VOI VOD). Bereits seit den späten 60er Jahren verfolgen Eric Bloom, Allen Lanier und Buck Dharma (die Drei bilden auch 2007 den Kern der Band) ihr Konzept, Hardrock mit Science Fiction zu verbinden. BÖC, so wie sie von ihren eingefleischten Fans liebevoll genannt werden, sind bis heute von vielen Kritikern gerne auf ihren einzigen Hit, nämlich "Don't fear the Reaper", reduziert worden, aber dahinter befindet sich ein wahres Arsenal an hochkarätigen 70's-Hardrock-Hymnen, ob nun "Godzilla", "Cities on Flame" oder "Dominance and Submission". Daß der Dinosaurier aus einer vergangenen Rockära auch heute nichts von seinem Reiz verloren hat und im Gegensatz etwa zu den abgehalfterten DEEP PURPLE noch immer für die eine oder andere musikalische Überraschung gut ist, davon zeugt dieser fast zweistündige Konzertmitschnitt aus Chicago (von 2001). Eine klasse Lightshow ohne große Bühnenschnörkel sowie der famose 5.1 Surround Sound machen die DVD zu einem wahren Schmaus. Auch ein paar Bonus-Features gibt es, diese aber hätten durchaus ein wenig ausführlicher ausfallen können: Die O-Ton-Interviews mit den Musikern fallen nicht nur sehr kurz, sondern auch ziemlich nichtssagend aus, das besoffene Geblöke der Fans (ebenfalls als Interviews angepriesen) hätte man sich gar ganz schenken können. Das letzte Wort bezüglich BÖC's DVD-Veröffentlichungen ist mit »A long Day's Night« sicherlich noch nicht gesprochen, denn auf die ultimative History sowie eine offizielle Version des Konzertfilms »Black and Blue« warte wohl nicht nur ich äußerst gespannt.
M.M.