Schwarzkopf und Schwarzkopf
METALLICA ist keine besonders fotogene Rockband - diesen Fakt werden nicht einmal eingefleischte Anhänger der Gruppe bestreiten wollen. Umso höher ist die Leistung ihres Haus-und-Hof-Fotographen Ross Halfin einzuschätzen, der die Band auf satten 237 Seiten jederzeit interessant in Szene gesetzt hat. Das ehrliche Vorwort von Kirk Hammett gibt der Haßliebe METALLICA's gegenüber ihrem "ständigen Begleiter" aus England Ausdruck. Besonders die künstlerischen Schwarz-Weiß-Fotographien aus den Londoner Docks wissen voll zu überzeugen, jeder Fotograph mit einem guten Auge ist immer auch ein wenig Imageberater - dies trifft selbstverständlich gerade auf Ross Halfin zu. Für die Fans von besonders großem Interesse dürften die (überraschend zahlreichen) Schnappschüsse aus der Cliff-Burton-Ära sein, die die ganz spezielle Aura der leider viel zu früh verstorbenen Baß-Legende adäquat einfangen. Bei den Megaauftritten von METALLICA in jüngster Vergangenheit hat Halfin seinen Fokus dann mehr in Richtung Publikum verlagert - ebenfalls mit großem Erfolg. Lediglich die Selektion eines Fotos von Lars und James beim Hitlergruß (offenbar in den Katakomben beim Berliner Auftritt der "Nowhere else to roam"-Tour aufgenommen) würde ich für eine deutsche Buchpublikation als gelinde gesagt unsensibel einstufen. Ansonsten ist der dicke Hardcover-Schinken für alle Fans die ideale Ergänzung zum Standardwerk »So what«.
M.M.
White Star Verlag
Der White Star Verlag bringt hochqualitative Bildbände heraus, vor allem aus den Bereichen Natur und Architektur. Mit »That's Rock! Ikonen der Rockmusik«, einem Werk der absoluten Extraklasse, bricht man nun in die Phalanx von Schwarzkopf und Schwarzkopf ein und publiziert sein erstes Rockbuch. Und das hat sich mit knapp 500 vollständig vierfarbigen Seiten im LP-Format wirklich gewaschen! Auf dem Cover prangt gleich ein toller Live-Shot von Steven Tyler. Inhaltlich ist das Werk chronologisch gegliedert, beginnt also mit den Wurzeln des Rock (Elvis und Buddy Holly) über die rockigen 70er und 80er (mit sehr vielen tollen Fotos von Metal-Ikonen wie Metallica oder AC/DC) bis hin zur Grunge-Explosion (Nirvana, Smashing Pumpkins) und ihren Nachwirkungen (Neo-Punk, Red Hot Chilli Peppers). Die begleitenden Texte sind knapp aber äußerst informativ. Ein bahnbrechendes Werk für stilsichere und qualit\ätsbewußte Rockfans!
M.M.
Schwarzkopf und Schwarzkopf
Marcus Hearn hat das Archiv der Rex-Collection gesichtet und einen exzellenten Fotoband über eine der einflußreichsten Rockbands der letzten 30 Jahren zusammengestellt. "Live - Studio - Backstage", so lautet der Untertitel jenes 160 Seiten starken Hardcover-Schmökers, der gerade aus der Kombination der verschiedenen Locations seinen ganz besonderen Reiz bezieht. Im knappen Vorwort wird deutlich gemacht, daß »A Tribute to The Who« die gesamte Karriere der Band umspannen soll, also auch die späten Jahre mit ihren sporadischen Re-Unions. In Wahrheit weiß aber tatsächlich das frühe Material aus den 60er Jahren qualitativ am meisten zu überzeugen: The Who setzen sich, wenn auch nicht aus freien Stücken, als Ikonen der Mod-Bewegung in Szene. Später kommen dann viele Farbtupfer hinzu, eine bunte Session im deutschen Schwarzwald, die Pete Townsend, Roger Daltrey, John Entwistle und Keith Moon beim Blumenpflücken zeigt, hat es mir besonders angetan. Auch den drogenbedingten Abstieg Keith Moons kann man anhand der Fotos gut nachempfinden, eine der letzten Sessions vor seinem Ableben im Jahre 1978 zeigt ihn aufgequollen und geistesabwesend - sein Tod war zu jenem Zeitpunkt bereits deutlich in seinen Augen abzulesen. »A Tribute to The Who. Fotografien: Live - Studio - Backstage« ist eine künstlerisch anspruchsvolle, toll gestaltete Ergänzung zu den zahlreichen biographischen Werken von und über die Band, von denen speziell Tony Fletchers minutiöse Abhandlung über das Leben Keith Moons hervorgehoben werden muß.
M.M.
Heyne Verlag
Natürlich, mit seinen knapp 500 Seiten, basierend auf der Auswertung tausender Interviews mit der Band, kann keine andere nicht von der Band autorisierte Biographie »AC/DC: Maximum Rock'n'Roll« das Wasser reichen. Werke wie »AC/DC: The Kerrang! Files« von Malcolm Dome stecken Murray Engelheart und Arnaud Durieux locker in die Tasche. Dennoch erkennen die beiden Autoren bereits im Vorwort die Schwäche ihres eigenen Werkes: Man könne hunderte von Presseartikeln über die Band lesen und erfahre dabei nur zwei oder drei neue Details. Leider geht mir dies bei der Lektüre von »AC/DC: Maximum Rock'n'Roll« ebenso, denn über weite Strecken liest sich das gekonnt übersetzte Buch lediglich wie eine Aneinanderkettung diverser Interview-Segmente aus der Fachpresse. Eine persönliche Wertung der Bandgeschichte oder die tiefergehende Analyse des Songmaterials sucht man vergeblich. Erstaunlich, daß das Buch bei diesem Umfang weitestgehend an der Oberfläche kratzt (im Gegensatz etwa zu »Highway to Hell: The Life & Times of Bon Scott« von Clinton Walker), manchmal sogar noch weniger. Kein Satz über die Gerüchte, Bon Scott und nicht Brian Johnson habe die Texte von »Back in Black« geschrieben, keine längere Diskussion der Verschwörungstheorien um den Tod von Bon Scott (Unfall versus Selbstmord), auch die Freundschaft zwischen Rose Tattoo und AC/DC wird nur über O-Ton-Fragmente gestreift. Will sagen, wer noch keine Biographie über AC/DC gelesen hat, wird »Maximum Rock 'n' Roll« verschlingen. Insider dagegen bekommen lediglich bekannte Fakten noch einmal neu aufgewärmt, indes fraglos sehr ansprechend aufgemacht. Da hatte ich mir rein inhaltlich doch ein wenig mehr versprochen ...
M.M.
Schwarzkopf und Schwarzkopf
Ein weiteres tolles Fotowerk aus der hochqualitativen Reihe des Berliner Verlags Schwarzkopf und Schwarzkopf. Zusammen mit der offiziellen Autobiographie »Run to the Hills« sowie dem Fanbuch »Burning Ambition« zählt dieser Fotoband von Ross Halfin zu den drei MAIDEN-Büchern, die der geneigte Fan einfach besitzen muß. Ross Halfin hat die Band seit den späten 70ern begleitet und ist somit ein Vertrauter von ihnen, was man den Fotos auch anmerkt, die größtenteils äußerst ungezwungen daherkommen. Die Masse an hochklassigen Aufnahmen erschlägt einen förmlich, ca. 500 Abbildungen auf 256 Seiten. Mir am besten gefallen die vielen total unveröffentlichten Shots von Paul Di'Anno aus den späten 70ern und frühen 80ern, das grobkörnige schwarz-weiß-Material versprüht eine atmosphärische Dichte, die Gänsehaut erregt. Zum Totlachen sind dagegen die Fotos von Dickinson aus den Mittachtzigern, die seinen wirklich unmöglichen Klamottengeschmack betonen, weswegen er ja auch bereits, nicht völlig zu unrecht "The Clown" genannt wurde. Ein famoses Buch!
M.M.