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VIII14.4.07 Lauda-Königshofen |
Den Anfang machten
COULDRON. Sagte mir
erstmal nix. In letzter Zeit geht zunehmend alles an mir vorbei. Die
Kanadier überraschten mich dann aber prositiv. War eine ziemlich
gute Vorstellung, die sie ablieferten. Langsam entwickelt das KIT ja
eine Tradition in guten Openern. So richtig freuen konnte ich mich
aber nicht bei den Auswirkungen des vorangeganenen Tages. Aber
egal.
Egal waren mir BULLET dann nicht. Das aber aus einem anderen Grund. Musik geklaut, Name geklaut und selbst der Sänger ist ein Clone. Darüber könnte man noch hinwegsehen. Aber das mit dem Namen... Sowas gibt bei mir Prinzipiell immer was auf die Mütze. Und sorry, da kenn ich keinerlei Gnade! Die Besucher scheißen jedoch auf prinzipielle Überlegungen und feirten die Jungs ab, als ob es schon der Headliner wäre. Naja, wenigstens bin ich nicht so blöde zu behaupten, daß die Combo scheiße wäre. War schon okay und verdient hatten sie es sich allemal, daß die Meute abging wie Lucie. Obwohl ich es nicht verstehe, denn Bands diesen Kalibers gab es in den letzten 15 Jahren genug und niemanden hat es interessiert, ob da jemand die AC/DC/ACCEPT-Sau rausläßt. Aber nu auf einmal? Vielleicht sind BULLET ja einfach am authentischsten? Keine Ahnung.
Danach gab es TWISTED TOWER DIRE. Die hatte ich ewig schon nicht mehr gesehen und freute mich riesig... Wenn man sich schon freut! Das mit dem neuen Sänger hatte ich gar nicht so richtig realisiert, weil mir die letzte CD gar nicht vorliegt. "Naja, was sool's", denkt man sich, "wird schon". Wurde aber nix. Gar nix, Null, niente, nada! Die größte Grütze seit langem. DerSänger war nicht sonderlich gut und offensichtlich hatte man mit dem Sängerwechsel auch gleich die Musik geändert. Kann Live schon mal die Qualität eines Sängers verlorengehen und der Sound die musikalische darbietung beeinträchtigen, völlig verändern aber nicht. Und da kam einfach nicht einmal ansatzweise das rüber, was für mich die Trademarks der Band waren. Damit sind sie für mich gestorben. R.I.P.
Warum lange heulen, wenn mit
DEFENDER eine sehr
spät zu Ehren gekommene 80er-Euro-Reliquie auf die Bühne
dsrängt? Eben! Der Auftritt war nun auch nicht der grandioseste,
doch souverän. Man merkte die Freude der Jungs, sich als
DEFENDER präsentieren zu können und die Meute vor der
Bühne honorierte es entsprechend. Das Kardinalproblem bei dem
DEFENDER-Material sind die fehlenden Highlights, unbedingte
Erkennungssongs. Und demzufolge hat man sich gefreut und ging dennoch
recht schnell zur Tagesordnung zurück.
Das war bei den beiden folgenden Bands nicht möglich. PILEDRIVER und DESTRUCTOR sind für mich absolute Longtime-Faves und der Hauptgrund für den KIT-Besuch dieses Jahr. Ihre Scheiben sind immer eine gute Wahl für die berühmte Insel. Demzufolge war man natürlich besonders gespannt auf die Jungs. PILEDRIVER war ja seinerzeit ein reines Studioprojekt, weswegen Gord wohl doppelt Spaß an den Gigs hatte, die sie in Europa abrissen. Meinetwegen hätte er gleich noch eine DOGS WITH JOBS-Show ranhängen können. Ein bißchen schweißtreibende Arbeit unter der Hitze der Scheinwerfer kann bei seinem Gewicht nicht schaden, höhö! Was mich ein wenig nervte, war der Sound. Ständig hat das KIT mal wieder Probleme diesbezüglich. Bei einigen Bands ist es ja nun scheißegal. Bei anderen geht es, fällt es nicht so ins Gewicht. Irgendwie kam weder bei PILEDRIVER noch DESTRUCTOR die Power der Songs richtig zur Geltung. Der letzte Rest fehlte irgendwie. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß die alten


Herren bei dem Songmaterial einfach mal etwas zurückschalten und lustlos vor sich hinklimpern. Denn lustlos sahen die Typen auf der Bühne nicht aus! Im Gegenteil. Die PILEDRIVER-Jungs taumelten im Anschluß noch ewig glücksstrahlend durch die Halle. Aber warum auch nicht? Ihr bestes hatten sie getan und die Meute vor der Bühne ist ordentlich mitgegangen, hat gefeiert bis zum Abwinken. Das war auch bei DESTRUCTOR der Fall. Für die Anwesenden war es großes Glück, da eigentlich ARTILLERY spielen sollten, die aber absagen mußten. Und so durften DESTRUCTOR, die schon auf dem Warm-Up spielten eben nochmal ran. Ich will ja nicht sagen, daß ich es nicht genossen habe, zweimal DESTRUCTOR zu sehen. Im Gegenteil. Doch ein weinendes und ein lachendes Auge, denn ARTILLERY hätte auch ganz gerne gesehen und DESTRUCTOR hatte ich ja schon. Welcher Auftritt besser war? Schwer zu sagen, weil man da nicht objektiv sein kann. DESTRUCTOR sind DESTRUCTOR und DESTRUCTOR sind einfach mal geil...
Eine weitere alte US-Semi-Legende folgte:
LETHAL. Waren okay.
Ich fand es jetzt nicht so umwerfend, weil die Musik von der Sorte
ist, die Live immer ein wenig unterzugehen droht. Eben technischer,
verspielter. Läßt sich zu Hause prima an, live brauche ich
aber was auf die Glocke. Und genau das kann LETHAL nicht bieten.
Zudem hat auch die Band keine wirklichen Highlights, Hymnen, die man
sehnsüchtig erwarten würde, Songs, nach denen man lautstark
brüllen würde. Aber okay, hier kamen eben andere
Besucherschichten auf ihre Kosten und man konnte gemütlich
versuchen, zu regenerieren.
Danach
standen SABBAT auf dem
Programm. Die hatte ich ja schon mal gesehen, als sie seinerzeit die
Platte veröffentlichten und auf Tour gingen - also back in the
80ies! Kann aber nicht behaupten, daß ich ein großer Fan
der Band war. Und so ging mir diese Re-Union eigentlich am
Allerwertesten vorbei. Das war auch bei anderen so. Aber es gab auch
massenweise Leute, für die offensichtlich ein ultimativer Traum
wahrgeworden wäre. Und optisch machten die Mannen ihre Sache
recht ordentlich, so, daß man schon daran Gefallen finden
konnte. Im großen und ganzen war das Set okay.
Was man bei DIAMOND HEAD
eben nicht behaupten kann. Aber das war schon
vorher klar, daß es eine zweispältige Sache werden
würde. Von mir aus können sie gerne spielen, wenn sie sich
auf das Material bis zur ersten LP beschränken würden.
»Lightnings to the Nation« bitte einmal hoch und wieder
runter... Tun sie aber nicht. Und was danach kam... vor allem in eher
jüngerer Vergangenheit... Demzufolge wartete man auf die
Highlights der frühen Phase, freute sich und kotzte beim
restlichen Material ab.
War eben wieder Pause, um letzte Kraftreserven zu
mobilisieren. Den krönenden Abschluß sollten die
reformierten LÄÄZ ROCKIT
geben. Und die hatte ich auch schon gesehen.
Damals, in ihreen jungen Jahren, tobten sie unentwegt über die
Bühne. Wie Derwishe wirbelten sie herum. Heuer, ein wenig
älter und beleibter, halten sich die Gitarristen doch stark
zurück. Basser Willy dagegen nicht. Der Typ ist der gleiche
Derwish geblieben. Immer in Action und Bewegung, Publikum anmachen...
Sänger Matt zwar älter aber nicht fetter, hinkte dem Pensum
ein wenig hinterher, lieferte dennoch eine gute Show. Man merkte auch
ihnen an, daß sie mit richtig Spaß bei der Sache waren.
Ein gelungener Abschluß, nicht nur weil früher als sonst
Schluß, womit die Meute noch halbwegs beieinander war und es
sich noch überschaubar gestaltete mit dem Fittnesgrad.
Otger Jeske